Bürgerstiftung für Rüthen

CDU stellt Antrag auf Gründung: Einrichtung soll überparteilich ehrenamtliches Engagement honorieren und Spenden von Wirtschaftsunternehmen sammeln

Rüthen - Diskussionen, ob Schützenvereine wie jüngst in Langenstraße oder Kellinghausen Zuwendungen bekommen, könnten künftig nicht mehr auf politischer Ebene geführt werden müssen. Die CDU-Fraktion stellte gestern den Antrag, eine „Bürgerstiftung Rüthen" ins Leben zu rufen. Bei einer Sommer-Pressekonferenz erläuterte gestern Sprecher Friedhelm Thomas die Einzelheiten.

Ziel einer Bürgerstiftung sei, Projekte und Gruppierungen direkt finanziell zu unterstützen. „Nutznießer könnten im Grunde im Laufe der Zeit alle 150 Vereine im Stadtgebiet Rüthen sein", so Thomas. Ein Fernziel könnte auch das eigenständige Betreiben von bestimmten Objekten sein. Wer wann wie viel bekommt, darüber entscheide dann ein Stiftungsrat, der über die Ausschüttung beschließt. Bewusst ließ die Union offen, wer in diesem Rat tätig sein könnte. Überhaupt solle die Stadtverwaltung zunächst die Einzelheiten ausarbeiten. Klar ist aber schon jetzt, dass sich hier sowohl Bürger als auch heimische Unternehmen finanziell engagieren können, zudem dies „steuerlich interessant" sei. Heimische Vertreter der Wirtschaft hätten schon Unterstützung signalisiert. „Ich bin sicher, dass da Spenden erfolgen werden".

Aus zuvor fest zu definierenden Erlösen könnte auf städtischer Ebene Anschubkapital für die Stiftung gebildet werden. Wie viel sei ebenfalls offen. Stadtverbandsvorsitzender Jürgen Augustinowitz sprach von 30 000 bis 50 000 Euro, die zunächst mobilisiert werden müssen. Ob die Stadt aus ihren knappen Haushaltsmitteln die Stiftung darüberhinaus finanziert, müsse ebenfalls entschieden werden. Jeder Euro zählt: Augustinowitz möchte die Stiftung auch dem Amtsgericht ans Herz legen, werden doch Geldstrafen gerne zugunsten gemeinnütziger Institutionen verhängt.

Im Haupt- und Finanzausschuss sollen alle Fraktionen über die Gründung einer solchen Stiftung beschließen. Denn hier sei die Politik gefordert. „Wir können nicht in großen Reden immer wieder Danke sagen für das großartige ehrenamtliche Engagement und gleichzeitig dem Rat der Stadt Rüthen vorliegende Anträge auf Bezuschussung ablehnen", so Thomas. Darum müsse ein Instrumentarium her, um Menschen, die hunderte Stunden ehrenamtlich leisten, zu unterstützen - zumal der Staat diesen immer mehr Aufgaben übertrage.

Die Unterstützung der Vereine soll kein Selbstzweck sein: Mit Blick auf die Demografie sei Rüthen eine der Städte, die besonders wachsam sein muss. Viele junge Menschen würden der Großgemeinde den Rücken kehren. „Wenn wir den Status quo halten können, haben wir unser größtes Ziel erreicht".

 

Antrag

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Quelle: Der Patriot, 27.08.2010