Ärzte-Vereinigung gibt Rüthen Priorität

Die Stadt Rüthen wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe zu einer Modellregion bestimmt, um den drohenden Hausärztemangel in den Griff zu bekommen und die ärztliche Versorgung in der Bergstadt auch für die Zukunft sicherzustellen.

Auch die Standesvereinigung der Ärzte in Dortmund sieht die besonderen Probleme: Trotz des zu erwartenden Bevölkerungsrückganges sei durch die Altersstruktur dieser Bevölkerung in einigen ärztlichen Disziplinen mit einem erhöhten Versorgungsaufwand zu rechnen. Verschärfend ist dabei, dass überproportional viele Ärzte in den nächsten Jahren aus Altersgründen aus dieser Versorgung ausscheiden werden.

Nach Erhebungen der Kassenärztlichen Vereinigung sei die Versorgung in der Stadt Rüthen „besonders gefährdet", so ihr Vorsitzender Dr. Ulrich Thamer. Die Vereinigung hat gemäß ihrem Auftrag die Verpflichtung, die vertragsärztliche Versorgung zu gewährleisten oder zu verbessern. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Vereinigung, „die Sicherstellung der ambulanten Versorgung in Rüthen mit besonderer Priorität zu verfolgen". Die Vereinigung wird jetzt den Versorgungsbedarf ermitteln und in Abstimmung mit den heimischen Ärzten Vorschläge erarbeiten, wie ärztlicher Nachwuchs gewonnen werden kann, ob bei der Schließung von Praxen andere deren Versorgung übernähmen oder wie durch Kooperationen und ortsübergreifende Tätigkeiten das Versorgungsangebot effektiver gestaltet werden könnte.

Bürgermeister Peter Weiken wurde vom Stadtrat ermächtigt, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Die Stadt könnte die Ansiedlung neuer Ärzte beispielsweise mit eigenen Mitteln fördern. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Stadt richten jetzt eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein. Bis Ende März 2011 soll diese ihre Ergebnisse vorlegen. Ähnliche Vereinbarungen hat die Ärzte-Vereinigung bereits mit den Städten Marsberg, Büren und Barntrup abgeschlossen. Bürgermeister Weiken sagt: „Wir wollen nichts unversucht lassen." CDU-Fraktionschef Friedhelm Thomas forderte Weiken auf, die Frage der ärztlichen Versorgung zur Chefsache und zum zentralen Thema seiner Amtszeit zu machen, dieses dann „mit Inbrunst und Leidenschaft zu verfolgen".

 

Quelle: www.derwesten.de, 01.08.2010